Mietwagen: Worauf achten, um teure Überraschungen zu vermeiden?

Der Sommer steht unmittelbar bevor, und Sommerzeit ist auch immer Mietwagenzeit – insbesondere am Urlaubsort. Die meisten Urlauber kennen es: Sonne und Urlaubsstimmung lassen den Geldbeutel durchaus schon mal weiter aufgehen, man lässt Neune schneller gerade sein und nimmt alles nicht so genau. Ein Leihwagen soll her! Flugs ist ein Mietvertrag unterschrieben: „Das wird schon alles seine Richtigkeit haben“ – und am Ende kommt das böse Erwachen. Worauf beim Mietwagen zu achten ist? Hier weiterlesen!

Mietwagensuche: Der Preis ist nicht alles

Mietwagen worauf achten (© istockphoto.com/baona)

Mietwagen: Worauf man achten muss (© istockphoto.com/baona)

Wer früher bucht, fährt billiger (Stornieren ist bei den meisten Autovermietungen bis zu 24 Stunden vor Anmietung möglich). Ein Preisvergleich über ein Vergleichsportal lohnt sich aber auch kurzfristig. Die Unterschiede bei den Preisen können groß sein, beachten Sie das bei Ihrer Mietwagensuche. Das günstigste ist jedoch in den seltensten Fällen  das beste Mietwagen-Angebot. Entscheidend ist der Inhalt des Mietvertrags. Beim Mietwagen muss beispielsweise beachtet werden, ob Extras wie Kindersitze, Navigationsgeräte, Dachgepäckträger, Winterreifen oder Reinigungskosten inklusive sind. Weitere Aspekte, die beim Mietwagen beachtet werden sollten und nachfolgend im Detail erläutert werden:

  • Was ist wie hoch versichert?
  • Was besagt die Tankregelung?
  • Worauf achten bei Abholung/Rückgabe?

Versicherungsbedingungen: Details beachten

Grundsätzlich sollten Sie sich keine Versicherung aufschwatzen lassen, die nicht wirklich benötigt wird. Und man ist auch nicht gezwungen, die Police über den Verleiher abzuschließen. Allerdings gilt: Ohne Vollkaskoschutz, Haftpflichtversicherung und Versicherung gegen Diebstahl geht nichts. Typischerweise sollte besonders bei Mietwagen-Policen genau darauf geachtet werden, keine Lücken im Versicherungsschutz zuzulassen.

Vollkasko

Bei der Vollkaskoversicherung spielt die Selbstbeteiligung die entscheidende Rolle: Im besten Fall „ohne“, aber in jedem Fall möglichst niedrig. Und auch die Inhalte sollten Sie überprüfen, denn Vollkasko ist fast nie auch wirklich Vollkasko: Ein Schadensfall an Dach, Unterboden und Ölwanne ist meist nicht abgedeckt, ein Reifen- oder Glas-Schaden auch nur selten. Sie sehen also, hier müssen Sie besonders gut auf die Versicherungsdetails achten.

Haftpflicht & Diebstahlversicherung

Die Haftpflichtversicherung ist unumgänglich, um im Schadensfall nicht plötzlich mit dem eigenen Vermögen zu haften. Wichtig ist dabei die Deckungssumme für Personen- und Sachschäden. In Deutschland liegt diese bei 7,5 Mio. Euro bzw. 1,12 Mio. Euro. In einigen europäischen Ländern (und anderen Ländern natürlich sowieso) belaufen sich diese Deckungssummen nur auf eine Bruchteil dessen. Hier kommt die sogenannte Mallorca-Police ins Spiel, eine Haftpflichtversicherung für einen im Ausland geliehenen Wagen. Mit der Mallorca-Police werden die Deckungssummen an die EU-Verordnung angepasst und betragen damit 5 Mio. Euro für Personenschäden und 1 Mio. Euro für Sachschäden.

Die Mallorca-Police kann nützlich sein, wenn der Autovermieter eine Haftpflichtversicherung mit geringer Deckungssumme anbietet, die kaum einen Schadensfall abdeckt. Bevor Sie allerdings vorschnell eine solche Versicherung abschließen, bedenken Sie, dass Autohalter oft schon über ihre eigene Autohaftpflicht ausreichend versichert sind. Und für Menschen ohne eigenes Auto gilt: Auch in der privaten Haftpflichtversicherung ist der Auslandsschutz mit der benötigten Deckungssumme häufig mit abgedeckt.
Übrigens: Gerade für Mallorca lohnt sich die Mallorca-Police nicht, denn für Spanien belaufen sich die Deckungssummern für Personenschäden auf 70 Mio. Euro und für Sachschäden auf 15 Mio. Euro.

Zur Diebstahlversicherung erübrigen sich weitere Kommentare, letztlich liegt die Entscheidung im Ermessen eines jeden Einzelnen.

Typische Kostenfalle: Tankregelung

Die Tankregelungen der Autovermietungen sorgen immer wieder für Ärger. Wenn der Wagen vollgetankt zurückgegeben werden soll, empfiehlt es sich, Tankbelege aufzuheben und den Tankfüllung zu fotografieren, um den vollen Tank nachweisen zu können. Denn wenn die Autovermietung selbst auftanken muss, ist oft viel mehr Platz im Tank und das Benzin wesentlich teurer. Auch sollte man sich vorab nach einer Tankstelle nahe der Rückgabestation umsehen.

Wer den Wagen mit leerem Tank zurückgeben darf, muss sich zwar nicht um eine neue Tankfüllung kümmern, verschenkt aber in der Regel Benzin, denn wem gelingt es schon, einen Tank bis zum Zielort annähernd leerzufahren?

Worauf achten: Mietwagen-Abholung und -Rückgabe

Die eine oder andere Maßnahme mag banal klingen, aber immer wieder tappen Mieter eines PKW in Kostenfallen, sei es aus Nachlässigkeit oder Vergesslichkeit. Daher fasst nachfolgende Checkliste nochmals zusammen, worauf Sie achten müssen, bevor Sie für einen Mietwagen unterschreiben:

  • Den Mietvertrag vor Unterschrift genau überprüfen, bei Unklarheiten nachfragen.
  • Wenn ein Zusatzfahrer fahren soll, muss das vertraglich geregelt sein.
  • Mängel des Wagens checken und dokumentieren, bevor man losfährt. Auch Reifen und Bremsen gehören dazu.
  • Verhalten und Kontakte bei Panne, Unfall und Diebstahl klären.
  • Wenn der Wagen eine Kilometerbegrenzung hat, das „Fahrverhalten“ darauf abstimmen.
  • Bei einem Unfall, mag es noch so eine Bagatelle sein, immer die Polizei einschalten. Ohne Polizeiprotokoll zahlt keine Versicherung.
  • Im Zweifelsfall immer Fotos machen, die etwaige Anschuldigungen bestätigen/entkräften können.
  • Für die Rückgabe des Mietautos immer zeitlich etwas Luft lassen, um bei Verspätung nicht einen weiteren vollen Tag zahlen zu müssen.
  • Mängelfreiheit bei Rückgabe bestätigen lassen.
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