Outplacement – Entlassung mit positiver Perspektive

Beim Outplacement – wird gelegentlich auch als Newplacement bezeichnet und ist nicht zu verwechseln mit Outsourcing! – handelt es sich um ein Trennungsmanagement. Dabei geht es darum, einen gekündigten Mitarbeiter in eine neue Beschäftigung zu bringen. Dafür engagiert der noch aktuelle Arbeitgeber einen Outplacementberater, der alle notwendigen Schritte veranlasst, damit die Kündigung sozial verträglich über die Bühne geht – ohne schmutzige Wäsche und böses Blut.

Wer kommt in den Genuss einer Outplacementberatung?

„Sozialverträgliche Kündigung“ ist das Schlagwort, in den meisten Fällen ein Euphemismus. Es gibt wohl kaum Kündigungen, die den Betreffenden (Ausnahmen bestätigen die Regel) nicht stark belasten: Es gibt Zukunftsängste, denn in der Regel bringt die Entlassung finanzielle Einbußen mit sich, die Sorge, wie und wann der Eintritt in eine neue Tätigkeit gelingt, und der Aspekt der angeschlagenen Psyche, denn der Arbeitnehmer empfindet die Kündigung oft als einen persönlichen Tiefschlag. Eine Outplacementberatung schafft hier Linderung für den Betroffenen.
Allerdings wird sie leider fast nur Führungskräften und anderen Mitarbeitern in höheren Positionen angeboten, der „Otto-Normal-Arbeiter“ kommt kaum in den Genuss dieses Trennungsmanagements, wenn die Kündigung ein Einzelfall ist. Für ihn heißt es, selbst das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen und die üblichen Schritte nach einer Entlassung in die Wege zu leiten.

Outplacement - was ist das (© istockphoto.com_Mazirama)

Outplacement – was ist das (© istockphoto.com_Mazirama)

Nur wenn es zur Schließung eines Unternehmens kommt, werden auch normale Arbeitnehmer innerhalb eines Gruppenoutplacements versorgt, dann kommt es je nach Tarifvertrag zur Ausarbeitung eines Sozialplans, der zahlreiche Maßnahmen beinhaltet, zum Beispiel den Eintritt in eine Transfergesellschaft, Bewerbungstrainings etc.

Übrigens: Outplacementberatung wird von der Arbeitsagentur für Arbeit unter den „Förderungsfähigen Maßnahmen“ aufgeführt, die in den Hartz III-Gesetzen geregelt sind. Nähere Informationen, was und in welcher Höhe gefördert wird, sind hier einzusehen.

Wer fungiert als Outplacementberater?

Outplacementberatung ist eine sensible Angelegenheit, denn es stehen sich ja zwei Parteien gegenüber, von denen sich eine trennen will und die andere trennen muss. Das Medium, das dazwischen steht, muss zwangsläufig neutral und unabhängig sein, ansonsten wird der Trennungsprozess konterkariert. Daher verpflichtet der Arbeitgeber in Absprache mit dem Arbeitnehmer einen externen Outplacementberater. Ein klassisches Zertifikat oder einen anderen Qualifikationsnachweis für Outplacementberater gibt es nicht, gefragt sind aber Fähigkeiten eines Personal Coachs oder Trainers sowie eines Personalvermittlers. Das kann eine einzelne Person leisten oder ein darauf spezialisierter Personaldienstleister wie die Firma Hofmann Personal.

Inhalt eines Outplacements

Der Outplacementberater soll den Trennungsprozess von Anfang bis Ende begleiten und unterstützt den entlassenen Klienten in folgenden Punkten:

  • Einschätzung des Mitarbeiters: Analyse der Stärken/Schwächen etc.?
  • Karriereberatung: In welche Richtung soll die Neuorientierung gehen?
  • Unterstützung im Bewerbungsprozess: Unterlagen optimieren und Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche
  • Jobvermittlung: Den Betroffenen im Idealfall übergangslos in eine neue Stelle vermitteln

Warum bezahlen Arbeitgeber die Outplacementberatung?

Der Arbeitgeber bezahlt in der Regel das Outplacement, doch welchen Nutzen hat er davon? Für viele wird es darum gehen, einen Imageschaden abzuwenden, und zwar nicht nur extern: Den verbleibenden Beschäftigten des Unternehmens wird so signalisiert, dass sich gekümmert wird, wenn es zu einer Entlassung kommt. So soll die Motivation der Belegschaft gefördert werden. Zudem verhindert ein erfolgreiches Outplacement ein Nachtreten des Geschassten in Form von Rechtsstreitigkeiten und (zu) hohen Abfindungen.

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